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Aktuelles aus der Raphael-Schule

Neueste Schulnachrichten auf einen Klick.

Hier stehen aktuelle Informationen zu Themen rund um unsere Schule.

Corona-Virus: Aktuelle Hinweise zur Betreuung

Liebe Eltern und Angehörige unserer Schüler,

um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, hat der Senat weitgehende Maßnahmen ergriffen. Auch im Bereich des Schulunterrichts kommt es zu Einschränkungen.

Die Erkrankung ist bei Kindern bislang ganz überwiegend von milden Verläufen geprägt, Infektionswege sind in Schulen gut nachvollziehbar und die Betreuung ist sicher. Dennoch können Kinder die Krankheit übertragen. Um die Ausbreitung zu verhindern, ist es daher notwendig, soziale Kontakte auf das absolute Minimum zu verringern.

Eltern werden aus diesem Grund dringlich dazu aufgerufen, ihre Kinder bis voraussichtlich 29. März 2020 grundsätzlich zu Hause zu betreuen. Auf eine Betreuung bei den Großeltern oder anderen Personen, die zur Risikogruppe gehören, sollten Eltern allerdings im Interesse des Schutzes dieser Personen verzichten. Die Entscheidung, ob ein dringender Betreuungsbedarf vorliegt, obliegt letztlich den Eltern.

Eine Betreuung der Kinder für alle, die darauf angewiesen sind, wird sichergestellt. Für diesen Personenkreis sollen die Schulen geöffnet bleiben. Die Betreuung steht dabei vornehmlich Personen zur Verfügung, deren Tätigkeit bedeutsam ist für die Daseinsfürsorge und die Aufrechterhaltung der Infrastruktur.

Die eventuell notwendige Notbetreuung für Schülerinnen und Schüler unserer Schule, klären Sie bitte mit der zuständigen Klassenlehererin oder dem Klassenlehrer ab.

Diejenigen, die unbedingt darauf angewiesen sind, müssen ihre Kinder weiterhin gut betreut wissen. In der aktuellen Situation sollten wir alle zusammenstehen und Solidarität zeigen.

Die Allgemeinverfügung der Gesundheitsbehörde, nach der Personen, die aus Risikogebieten gemäß Definition des Robert-Koch-Institut bzw. Region Ischgl in Österreich zurückgekehrt sind, 14 Tage in Isolation verbleiben müssen, gilt unverändert fort. Für diese Kinder kann es auch keine Notversorgung geben. Auch Kinder mit deutlichen Symptomen einer anderen Infektionskrankheit, sollten die Notbetreuung, im Unteresse aller, nicht in Anspruch nehmen.

Es gilt nun, gemeinsam und mit Augenmaß alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und einzugrenzen. Insbesondere ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und Immunschwächen müssen wir schützen.

Kommen Sie gut durch diese Zeit. Wir werden Sie laufend über Veränderungen der Lage unterrichten.

Herzliche Grüße, bleiben Sie gesund.

Die Schulleitung

Das Weben in der Oberstufe

Das Weben, eines der ältesten Kulturtechniken, durchzieht und durchwebt unsere gesamte Menschheitsgeschichte. Die Fähigkeit, mathematisch und abstrakt denken zu können, so sagt man, hat seinen Ursprung in der Weberei.

“Für die Badehandtücher, die wir auf dem Raphael-Markt verkaufen werden, muss eine Waffelbindung gewebt werden. Trete 1 2 3 4 5 4 3 2 und schieße auf Tritt 1 und 5 mit der blauen Farbe und auf Tritt 2 3 4 und 4 3 2 mit Rot. Schau, dass du alles recht fest anschlägst.”

So oder ähnlich lauten Arbeitsanweisungen für geübte Webschüler der 11. und 12. Klasse.  Solch eine Aufgabe lässt den ein oder anderen schon mal beim Lesen erschrecken. Aber was ist es, was die Schüler dennoch beim Weben begeistert? Warum arbeiten sie gebannt und fasziniert an ihren Webstühlen?

Das konzentrierte Zählen ist es nicht allein, was die Schüler motiviert. Es ist der gesamte Webprozess, in dem sie als Ganzes involviert sind: Die Schüler sitzen an ihren großen Webstühlen wie in ihrem eigenen Haus. Hände, Füße, Kopf und Herz arbeiten gemeinsam in einem rhythmischen Bewegungsfluss. Die leeren Kettfäden liegen gespannt vor ihnen. Es ist etwas Zukünftiges was sie erwartet. Das Vergangene, d.h. das entstandene Gewebe wird unter ihnen im Webstuhl aufgewickelt. Die Schüler treten mit ihren Füßen die Pedale im Wechsel links und rechts, immerfort in einer bestimmten Abfolge (1 2 1 2 1 2 1 2 … oder 1 2 3 2 1 2 3 2….).
Mit ihren Händen schießen sie währenddessen das Webschiffchen mit dem entsprechenden farblichen Garn von links nach rechts und von rechts nach links durch das offene Fach. Man kann diese Bewegung fast als eine liegende Acht beschreiben ∞.

In dieser träumerisch anmutenden Geste wird mit dem Anschlagen des Fadens an das Gewebe ein kräftiger Impuls gesetzt. Dieser Anschlag ist die Gegenwart – rüttelt wach. Das zu sich hinziehen der schweren Lade zentriert die Schüler. Gleich darauf tritt der Fuß ein neues Pedal und erdet sie nach unten. Die Lade schwingt nun wieder auf, öffnet sich der Zukunft.

Das Schiffchen schießt in der Horizontalen durch das Webfach mit Farben, die das Herz ansprechen. Das Auge der Schüler verfolgt die Arbeit und sieht, wie Fadenreihe für Fadenreihe eine Musterung entsteht. Die unmittelbare Bestätigung und damit verbundene Belohnung stärkt das Selbstwertgefühl der Schüler.

Es ist die rhythmischen Bewegung, die alles vereint, die Raumesrichtungen (oben- unten,  vor- zurück, rechts- links), mit dem gesamten Körpereinsatz, dem Denken und Empfinden.

Dieses ganzheitliche Tun ist heilsam und jeder der die Weberei betritt spürt die Faszination die von den Webstühlen, den Farben der Garne und natürlich von den Schülern selbst ausgeht.

Backen in der 2. Klasse

Jeden Mittwoch Vormittag weht der Duft frisch gebackener Brötchen durch den Flur der Unterstufe: in der 2. Klasse wird gebacken!

In der Schüssel mit Mehl wird in die Mitte zerbröselte Hefe, warmes Wasser, etwas Zucker gegeben und mit Sesamkörnchen bedeckt. Schon bald beginnt sich das Ganze zu bewegen. Wie aus einer Quelle wird die Sesamdecke zur Seite geschoben und es beginnt zu blubbern. Nun kann die Masse mit etwas Salz und Butter zum ersten Mal geknetet werden. Frau Kraus achtet darauf, dass Mehl und Wasser so dazu kommen, dass bald ein geschmeidiger Teig entsteht. Auf dem Tisch wird der Teig zu einer Schlnge geformt. Jeder darf mindestens einmal schneiden und meist sind mehrere unserer „Großen“ Patenschüler aus der 10. Klasse dabei, die natürlich mitmachen. Wenn genügend Teile geschnitten sind, werden entweder Zahlen oder Buchstaben geformt, je nachdem, welche Epoche gerade im Hauptunterricht behandelt wird. Dann geht es rasch in den Ofen, denn zum Frühstück soll es ja frische, warme Brötchen geben….herrlich! Das Ergebnis ist lecker, beliebt bei Groß und Klein. Es ist uns wichtig, den Kindern den Prozess des ganzen Arbeitsbogens nahe zu bringen. Weder die Sicherheit einer regelmäßigen Tätigkeit und noch weniger das eigene Erleben eines kompletten Ablaufes sind uns heute noch so geläufig wie vielleicht früher. Wir erleben immer mehr Teilstücke von Tätigkeiten und vor allem Kinder haben es immer schwerer, Zusammenhänge zu erleben, zu verstehen und somit auch wertzuschätzen. Vielleicht gelingt uns hiermit, einen kleinen Keim für ein besonderes Leben zu legen!